Gemeinde Suthfeld

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Unterhaltungsverband 53 „West- und Südaue“

Körperschaft des öffentlichen Rechts
Marktstr. 33, 30890 Barsinghausen
Geschäftsführer und Verbandsingenieur: Frank Faber
Telefon 0 51 05 / 58 40 653, E-Mail: frank.faber@uhv52und53.de

Öffentliche Bekanntmachung

über die Unterhaltungs- und Mäharbeiten an Gewässern II. Ordnung
Der Unterhaltungsverband Nr. 53 –West und Südaue– führt in der Zeit vom
20. August 2018 bis 28. Februar 2019
unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben umfangreiche Mäh- und Unterhaltungsarbeiten an den Gewässern II. Ordnung im Verbandsgebiet durch.

Die Bewirtschaftung der Ackerflächen, die Verteilung der Niederschlagsereignisse und unsere Umwelt haben sich verändert. Zu einer flächendeckenden Einrichtung von ausreichend breiten Gewässerrandstreifen ohne landwirtschaftliche oder anderweitige Nutzung ist es bislang nicht gekommen, obwohl in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Anforderungen an Landwirtschaft und Gewässer immer mehr gestiegen sind: das betrifft sowohl die Entwicklung(-ziele) als auch die Unterhaltung unserer Gewässer (2. Ordnung)

So dürfen z. B. nach § 39, Abs. 5, S. 3 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) Röhrichtbestände an/in Gewässern bei Unterhaltungsarbeiten…

Röhricht ist ein Sammelbegriff für ein Biotop / eine Pflanzengesellschaft; im BNatSchG sind 76 Arten wie z. B. Schilfrohr, Wasserschwaden, etc. aufgelistet

… erst ab dem 1. Oktober bis Ende Februar des Folgejahres abschnittsweise zurückgeschnitten werden. Dieses gilt auch für die Gewässer 3. Ordnung (=“Gräben“).

Vom UHV 53 werden daher bei den zu mähenden Gewässer(-abschnitten) nach Ende der Brut- und Setzzeit (15. Juli) ab dem diesjährigem 20. August die Böschung(en) im oberen Bereich bis ca. 1,0 m oberhalb der Gewässersohle gemäht, sofern diese Böschung(en) nicht mit Röhricht bewachsen sind oder (bei Röhrichtbewuchs) eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Dabei wird das Mähgut zum überwiegenden Teil mittels Wurfband aus dem Abflussprofil bzw. der Böschung entfernt.

Auf diese Weise kann der ordnungsgemäße Wasserabfluss in den meisten Gewässern sichergestellt werden, gleichzeitig wird ein Großteil der ökologisch bedeutsamen Flora und Fauna im Gewässer belassen. Dies trägt zur natürlichen Entwicklung der Gewässer bei − insbesondere im Hinblick auf die Artenvielfalt.

Die Nachmahd bzw. das Krauten von Gewässersohle und unterer Böschung mittels Mähkorb darf ab dem 1. Oktober erfolgen (bis voraussichtlich zum 20.11., je nach Witterung in Einzelfällen auch später). Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Unterhaltung wird dazu im September aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und unserer Unterhaltungsrahmenpläne festgelegt, in welchen Gewässer(abschnitten) diese Arbeiten durchgeführt werden sollen.

Gemäß § 77 Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) wird dafür das Mähgut aus der Krautung auf den anliegenden Flächen in mindestens 1 m Abstand zur Böschungs-oberkante zuerst abgelegt und anschließend in der Fläche zerkleinert / gemulcht, damit dieses Mähgut bei der nächsten Beackerung eingearbeitet werden kann und es zu keiner dauerhaften Beeinträchtigung der Fläche kommt.

Wird zum Zeitpunkt der Nachmahd / Krautung ein Räumstreifen freigehalten, können so Ertragseinbußen minimiert werden. Ist dieses nicht der Fall, müssen allerdings die An- und Hinterlieger gemäß §77 NWG, Absatz 1 die durch die ordnungsgemäße Unterhaltung entstehenden Mindererträge im Laufe einer Vegetationsperiode ohne Entschädigung dulden. Es wäre in unserem Interesse, wenn die für uns arbeitenden Fachfirmen von der laut NWG möglichen Regelung (= Ablage des Mähgutes in die Kultur, falls kein Räumstreifen freigehalten wurde) für die noch nicht geernteten Früchte des laufenden Wirtschaftsjahres wie Rüben und Mais keinen Gebrauch machen müssten.

Da es sich allerdings auch in dieser Unterhaltungsperiode nicht vermeiden lässt, dass schon bestellte Ackerflächen durch ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung beeinträchtigt werden, wiederholen wir unsere Bitte an alle betroffenen Landwirte, zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser Gewässerschutzstreifen / Blühstreifen auf Ackerland entlang von Gewässern zu beantragen und einzurichten.

Diese werden vom Land Niedersachsen weiterhin als Agrarumweltmaßnahmen gefördert: Nach einmaliger Aussaat von Grassamen ist auf diesen Grünflächen (gemäß Merkblatt BS72) u.a. die Verwendung von Pflanzenschutz- und Düngemittel untersagt, nicht aber eine Nutzung zur vorgenannten ordnungsgemäßen Gewässerunterhaltung. Der Ackerstatus bleibt erhalten. Aktuelle Infos dazu gibt es bei der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer unter www.lwk-niedersachen.de – z. B. über den Webcode: 01025888.

Abschließend müssen wir wie in den Vorjahren darauf hinweisen, dass für den Zeitraum vom 20.8.2018 – 28.2.2019 An- und Hinterlieger nach den Unterhaltungsverordnungen der Region Hannover und den Landkreisen Schaumburg und Hameln- Pyrmont das Befahren der Grundstücke mit Unterhaltungsgeräten zu dulden haben. Vorhandene Querzäune sind von den Anliegern mit beweglichen Gattern bzw. Durchfahrten zu versehen, so dass die Unterhaltung der Gewässer mit ihren Ufern jederzeit gewährleistet ist. Deshalb werden, falls Schäden durch das Nichtvorhandensein von Durchfahrten an den Querzäunen entstehen, diese vom Unterhaltungsverband (bzw. den vom Verband beauftragten Firmen) nicht übernommen.

Unterhaltungsverband Nr. 53
„West- und Südaue“ (UHV 53)

gez. H. Widdel
Verbandsvorsteher

gez. F. Faber
Geschäftsführer

Barsinghausen, im August 2018


geschrieben von: am: 13.08.2018